Mittwoch, 5. November 2014

23# Rezension: Ash

Bildquelle: Goodreads.com
— Ash
— Malinda Lo
— 291 Seiten
— ISBN 9780340988374
— Fairytale Re-Telling, Fantasy, Romance
 Gelesen in Englisch
Inhalt: Ein junges Mädchen beraubt ihrer Heimat, von einer unausstehlichen Stiefmutter zum abarbeiten des Vaters Schulden gezwungen. Nur weniges hält sie über die Jahre am Durchhalten. Zuerst war es Sidhean, doch dann schlich sich jemand anderes in ihre Gedanken. Und dafür würde sie jeden Pakt eingehen.



Meinung: Ich kann euch kaum beschreiben wie sehr mich dieses Buch bezaubert hat! Ash ist eine Nacherzählung des Aschenputtelmärchens.

Ja: Es ist langsam. Ja: Es braucht eine Weile um Spannung aufzubauen. Ja: Die Charaktere sind flach. Ja: es ist ein wenig kitschig (aber weitaus "anders kitschig" als die üblichen Teenie-Romanzen in anderen Young Adult Romanen. Irgendwie ist es auf klassische Art kitschig, haha).
Aber trotz allem war es stimmig und die kurzen spannenden Momente kamen in den richtigen Momenten. Besonders die letzten Seiten fesselten mich.

Es verband so vieles in sich. Traditionelles Fantasy, ein altbekanntes Märchen und endlich ist es mal nicht der Prinz oder der edle Elf aus dem wundersamen Elfenwald, nein, es ist ganz bodenständig die Jägerin des Königshofes die das Glück hat das Herz der Heldin zu erobern.

Gerade dieser Aspekt gefiel mir sehr, sehr gut. Es war einfach mal begeisternd zu sehen dass Märchen auch anders ausgehen können. Und es wurde so natürlich damit umgegangen. 
Auch mochte ich die Charaktere wirklich gerne. Sie waren zwar einfach gestrickt, nach dem klassischen "böse Stiefmutter und böse Stiefschwester"-Prinzip. Aber hey, es handelt sich hier ja auch um ein Märchen. Sie hatten genug Tiefe um ihnen nachempfinden zu können. Ihre Stiefmutter war am Ende wohl auch einfach nur verbittert und enttäuscht darüber, dass sie dank der neuen Ehe nun noch verschuldeter war und am Ende des Ruins stand. So müssen ihre Töchter um jeden Preis möglichst reich heiraten. Und naja, ihr kennt das Schema. Aber es war noch immer in einem nachvollziehbaren Rahmen und ich fand es passte perfekt. Zu viel Tiefe hätte die Handlung nur komplexer werden lassen und ich denke, das hätte die angenehme Einfachheit verdorben.
Hinter vielen Handlungen kann man sich selbst einiges mehr erdenken, es muss gar nicht direkt im Buch genannt werden

Besonders der Schreibstil tat es mir an! Werde mir mit Sicherheit weitere Werke von Malinda Lo zulegen. Gut zum Thema des Buches eingewoben, wurden auch innerhalb der Geschichte vereinzelt kürzere Märchen erzählt. Diese waren für mich nicht zu lang oder zu kurz um die Dialoge, in denen sie meist erzählt werden, zu unterbrechen oder zu stören.

Ash ist eine Protagonistin die das ganze Buch durchweg stets dem Herzen folgt. Das wirkt vielleicht ein wenig altbacken und langweilig, ich liebe jedoch Märchen viel zu sehr dafür. 

So wirklich lang werde ich auch gar nichts dazu berichten. Außer dass jeder, der Märchen gerne hat, sich an diesem Buch zumindest mal versuchen sollte! Hatte zuerst ja keine großen Erwartungen. Fand das Buch für ein Ticket auf Tauchticket und griff zu, da es ein Re-Telling war, was mir noch völlig unbekannt war.



 Punkte 4,6 | 5 


Kommentare:

  1. Huhu :)

    Oh man, das klingt wirklich ziemich gut! Ich war ja schon von den Lunar Chronicles total begeistert! Ich liebe Märchenerzählungen, vor allem Cinderella eignet sich ja immer ganz gut dafür. Nur leider folgen diese ja denn meistens dem gleichen Muster.
    Aber deine Rezension hat mich wirklich überzeugt, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte.
    Also...ab auf die Wunschliste :)

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    1. Also mit Cinder kann man es gar nicht vergleichen :) Eher mit klassischem Fantasy. Aber wer ruhige Sachen mag und gerne Fantasy, der kann das Buch gerne mal zur Hand nehmen :D

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  2. Bei mir ist es jetzt zwar schon ein paar Jährchen her, aber ich konnte mich mit Ash so gar nicht anfreunden xD Mir waren die Figuren zu flach, die Geschichte zu langsam - die Autorin schuf zu viel Distanz.
    Anfang war ich auch recht verwirrt, weil Ash sich für die Jägerin entscheidet - aber gut, da hat mich mein traditionelles Märchenbild eingemischt. Inzwischen würd ich gerade diesen Punkt in einer Rezi wohl eher loben (hab ich damals nicht, ich war zu verwirrt xD ... das führte zu einer regen Diskussion, bei der mir ein Mangel an Feingefühl vorgewurfen wurde *seufz* ...)
    Ich hab an der Uni so viele Arbeiten zu LGBT-Themen geschrieben und bin wirklich sehr interessiert daran, dennoch war das nicht genug, damit ich über die Schwächen der Geschichte hinweg sehen konnte (also eben schwache Charaktere, etwas lahme Story).
    Freut mich für dich, dass du sie toll fandst - es ist immer blöd, wenn man was liest und keinen Spaß dran hat!

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    1. Jap, die Charas waren sehr flach. Aber irgendwie störte es mich nicht. Märchen haben ja oft eher flache Protagonisten die nur die Aufgabe erfüllen die Geschichte zu überliefern. Von daher kann ich darüber hinwegsehen.

      Ich fand es überhaupt schon eine Errungenschaft, dass verschiedene Arten zu Lieben in einem Märchen überhaupt bearbeitet wurden. Es wurde einem auch nicht gleich ins Gesicht geklatscht um es jedem klar zu machen. Nebencharas, wie die auf dem Yule-Fest, tanzen und verschwinden mit Partnern des gleichen Geschlechts als wäre es normal (was es ja auch ist). Ich mochte diese Welt, haha :D Es war halt natürlich. Gerade weil Märchen ja oft konservativ angehaucht sind.

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    2. Wäre es ein Märchen von 10 Seiten, könnt ich auch darüber hinwegsehen. Aber da es sich hier um fast 300 Seiten handelt, fällt mir das schwer :)

      Da hast du vollkommen recht. Es wäre sicher nett, mehr Geschichten zu haben, wo Liebe in jeglicher Form repräsentiert ist - ohne daraus eine große Sache zu machen. Dann könnten wir auch das Wort "konservativ" neu konnotieren. Es würde vieles so viel einfacher machen, wenn sich Geschichten nicht immer nur stur auf eine "richtige" Beziehungsform konzentrieren würden. Neben Boy meets Girl kann's ja auch genauso normal in Märchen und Kinderbüchern sein, dass Boy Boy trifft oder Girl Girl ... und gezeigt wird, dass es auch Dinge wie Pansexualität oder Asexualität gibt. Würd sicher nicht schaden. Ich fand's deswegen auch toll, als bekannt gegeben wurde, dass Green Lantern als homosexuell relaunched wird :) Damals haben ja Mütter protestiert, weil sie dachten, das mache ihre Jungs, die die Comics lesen, automatisch schwul - ja, klar xD Ich würd eher sagen: weltoffener und weniger vorurteilsbehaftet.

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    3. Green Lantern ist da ja nicht der erste :D Es gab ja bereits eine Ehe zwischen zwei Superhelden. Oder das nun eine Frau Thors Hammer besitzen soll. Der Shitstorm dazu ist ja erst relativ frisch abgeflacht. Wie viele tatsächlich dagegen waren dass es mal einen weiblichen Rollentausch gäbe war ja fast schon gruselig.

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